Politik
Ärzte und Apotheker behalten Millionenrabatte auf Medikamente
Laut einem Bericht der Finanzkontrolle verbleiben Millionenbeträge bei Medizinern und Apothekern, während die Mehrheit der Bevölkerung überhöhter Preise zahlt.
Ärzte, Spitäler und Apotheker haben in den letzten Jahren insgesamt 360 Millionen Franken an Rabatten von Pharmafirmen eingenommen, die eigentlich den Patienten zustehen. Diese Praxis, dass Vergünstigungen ausgehandelt, aber nicht an die Krankenkassen weitergegeben werden, wird von der Finanzkontrolle als problematisch eingestuft.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG), welches für die Überwachung der Medikamentenpreise zuständig ist, hat es versäumt, angemessene Kontrollen durchzuführen. Dies führte dazu, dass die Bevölkerung in den letzten sechs Jahren über zwei Milliarden Franken zu viel für Medikamente gezahlt hat, wie die Finanzkontrolle feststellt.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat nun die Situation der Medikamentenpreise näher untersucht und festgestellt, dass von den Rabatten, die Pharmafirmen auf viele Medikamente gewähren, lediglich ein Bruchteil bei den Prämienzahlern ankommt. Das Thema bleibt unter den Akteuren in der Medizin weiterhin ein strittiger Punkt.